09.09.11 Erste Tage im Dormitory! :)

Erst mal vorweg: Das hier wird ein sehr kurzer Eintrag werden!  Theoretisch lerne ich nämlich gerade chinesische Zeichen...  Aber weil Johanna gerade nicht ihren Computer braucht und ich das Gefühl habe, im Moment sowieso nichts mehr in meinen Kopf reinstopfen zu können, will ich mal ganz kurz ein bisschen was zusammen fassen! :)

 

Also erstens: Das Leben hier ist absolut kein Albtraum, sondern echt viel viel besser als ich nach den ersten Tagen gedacht hatte! Ich will gar nicht mehr weg! Das liegt, glaube ich, hauptsächlich an den tollen Mädchen in meinem Schlaafsaal und in unserer Klasse, die total, offen, nett und neugierig sind, und letztendlich doch gar nicht so anders als die Mädels in Deutschland... :)) Jeder hier gibt mir das Gefühl absolut willkommen zu sein! 

Anfangs dachte ich das nicht.

Es hat einige Tage gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, meine Mitbewohnerinnen alle ein bisschen zu kennen. Einmal ganz einfach weil es so viele sind :) und einmal, weil die Schüler so viel Unterricht haben, dass nicht viel Zeit für lange Gepräche und Kennengelerne bleibt.. 

Darum wurde ich nur immer mal wieder zwischendurch, in der Mittagspause, in den fuenf Minuten zwischen Selfstudytime und Unterricht oder in der halben Stunde vor dem Schlafengehen, ein bisschen was gefragt und ein bisschen in die Gepräche miteinbezogen. Als meine Mitbewohnerinnen aber entdeckten, dass ich einfaches Grundlagenchinesisch relativ problemlos verstehen kann und nichts lieber tue, als mich mit ihnen zu unterhalten, wurden sie noch viel offener, und jetzt nutzen wir eben jede Minute die wir haben um ein bisschen herumzuquatschen..

Ich weiß immer noch nicht alle Namen, aber ich kann zumindest alle im Schlaafsaal auseinanderhalten, und werde angelächelt, wenn ich einer von ihnen auf dem Schulhof begegne...

 

Meine Klasse ist, wie gesagt auch sehr nett, auch wenn sie auf mich in bestimmten Punkten viel viel jünger wirken, und mir dort noch nicht alles so selbstverständlich vorkommt, wie mit den Mädels aus meinem Dormitory. 

Vor allem ein Mädchen kümmert sich echt viel um Johanna und mich, hilft uns jedes Mal in der Cafeteria beim Essen, nimmt uns morgens mit zur Morgengymnastik und lächelt mich an und "übersetzt" in einfaches langsames Chinesisch, wenn ich es gerade brauche... (Die Schüler untereinander reden nämlich leider fast immer Yangshuoakzent, so dass ich noch weniger verstehe als sowieso schon..) Mo Hong Yan, oder Anna, ist wirklich total geduldig.. :)

Aber ich habe eben mehr das Gefühl, dass sie sich kümmert und bin unsicher, ob ich jetzt in jeder Pause zu ihr hingehen kann. Die anderen Mädels sind glaube ich ziemlich schüchtern. Ab und zu drängeln sie sich alle um mich rum und wollen ihr Englisch ausprobieren, und fragen mich auch immer wieder alles Mögliche auf Chinesisch, aber meistens halten sie irgendwie Abstand und bleiben unter sich..

Außer in den Englischsteunden :) Also, wenn irgendjemandem auffällt, dass die 16-Jährigen in Yangshuo beim Englischsprechen alle so einen Hauch von deutschem Akzent haben - das ist meine Schuld! (:

 

Ansonsten ist ein Tag wie jeder andere: Morgens um viertel nach sechs werden alle mit Musik geweckt, dann geht das Licht an und alle wuseln herum, ziehen sich um, putzen Zähne und machen ihre Haare, so dass sie etwa fünf Minuten später zur Morgengymnastik auf dem großen Sportplatz sind. Und zwar die ganze Schule, also etwa 3000 Schüler! Etwa die Hälfte tragen Schuluniformen, die eigentlich eher wie JOgginganzüge oder so aussehen.. Johanna und ich mussten auch schon welche bestellen! :) 

Dann wird ein zu Geigenmusik und chinesischem Gezähle ein bisschen herumgeturnt, was die Schüler aber erstaunlich wenig ernst nehmen, der Direktor oder einer der Lehrer hält eine kurze Ansprache (die ich leider nie verstehe) und alle bummeln zum Frühstück in die Kantine oder den Shulshop rüber. Um etwa viertel nach sieben sind dann alle in den Klassen und die erste Selfstudytime beginnt. Am nach Vormittag haben wir verschiedenen Unterricht, unterbrochen von kurzen Pausen, einem zweiten Mal Gymnastik auf dem Sportplatz und "Augengymnastik" (einer Art MIni-Gesichtsmassage, wieder zu klassischer Musik und chinesischem Gezähle), bevor es um zwölf zum Mittagessen geht.

Wobei, für Johanna und mich ist eigentlich der ganze Vormittag Selfstudytime, weil wir leider wirklich fast nichts verstehen. Ich hoffe echt, dass das noch besser wird!!

 

In der letzten Woche sah der Nachmittag fast genauso aus, aber gestern hatten wir ein "Meeting" mit Isabella (der Greenway-Coordinatorin) und Lily (unserer Englischlehrerin), in dem uns jede Menge Regeln mitgeteilt wurden und sie uns außerdem eröffneten, dass wir ab der nächsten Woche nachmittags in den Greenway-Räumen selber lernen, Chinesischunterricht nehmen, Geige bzw. Klavier spielen und außerdem an Zeichen-, Musik- oder Tanzklassen teilnehmen können! Wir werden also auch genug Abwechslung haben, was mich echt total freut!

Dann hab ich auch endlich wieder ein bisschen Zeit zu mailen und zu skypen, ihr wunderbaren Menschen da draußen!

 

So, jetzt werde ich mich aber mal zusammenreißen und noch ein bisschen Chinesisch lernen! Bis bald!

 

PS: Mama: Die Luftmatratze ist echt wunderbar! Man schläft dadrauf wie in so einem riesigen Himmelbett oder so! <3