14.08.11 Chinesische Festessen

"Chifan le! Chifan le!" diese Ankuendigung (Essenszeit!) ist garantiert einer der ersten chinesischen Saetze, die man hier lernt...

Das Essen hier im Greenway-Gaestehaus ist eigentlich ziemlich koestlich, Nudeln, Reis, Gemuesemischungen, immer wieder Ruehrei mit Tomaten, Haehnchen- und Schweinefleisch (okay, nicht ganz mein Fall) und jeden zweiten Tag Pfannkuchen.

Nur leider gibt es eben jeden Tag das gleiche, und das morgens, mittags und abends... Manchmal habe ich zwar ziemlichen Hunger, aber einfach absolut keine Lust, auf eine weitere Schuessel Gemuesenudeln...

 

Johanna und ich sind noch am experimentieren, was sich fuer solche Faelle am besten eignet - die Supermarke sind absolut vollgestopft mit jeder Menge verschiedenster Snacks, von kandierten Fruechten, ueber kleine Gelatinepuddings, Erdnusskeksen und Kinderlollis bis zu getrockneter Qualle und Rindfleischstuecken...

Was ich auf jeden Fall absolut liebe, ist so eine Art suesse Sahne-Joghhurt-Nuss-Frucht-Milch.. Wenn ich so eine nach der ganzen Hitze aus dem Kuehlfach ziehen kann, bin ich absolut gluecklich :))

 

Aber was ich eigentlich erzaehlen wollte, ist, das wir in der letzten Woche zu insgesamt fuenf Festessen mitgenommen wurden. Die waren jedes Mal wieder ziemlich ueberwaeltigend, was die Menge und Vielfalt des Essens angeht...

 

Alles begann am Montag, und zwar damit, dass wir angewisen wurden etwas "foermliches" anzuziehen (HIlfe, ich hab absolut nichts eingepackt! Ich brauchte die Hilfe all meiner fuenf Zimmerkameraden, um etwas halbwegs passendes zusammenzustellen!) und dann nach Gongchang zu einer "English-Corner"-Veranstaltung mitgenommen wurden.

Es stellte sich heraus, dass diese "English-Corner" ein Englisch-Lerncenter fuer chinesische Kinder und Jugendliche war, und wir, nach dem Essen, bei einer kleinen "Game-Show"  Rate-Spiele spielen, englische Lieder singen und uns mit den Kindern unterhalten sollten.  Die Kinder waren wirklich suess, die Saetze, die ich am haufigsten zu hoeren bekam, waren "You are really tall!" "You are beautiful!" und "Nice to meet you!". Die Lehrer sprachen auch nur begrenzt Englisch, waren aber sehr nett. Wir bekamen sogar jeder ein grosses Pack Mooncakes zum Abschied geschenkt!

 

Aber nach der Begruessung gab es, wie gesagt, zuerst ein grosses Essen.

Es war absolut unglaublich, welche Mengen an Essen dabei serviert wurden!! Sicher fuenfzehn verschiedene Platten mit zu Kunstwerken angerichteten Gemuese-, Fleisch-, Obst- und gefuellten Kuchensorten, wie Glasnudeln in grossen Austerschalen, Fischsuppe, Erdnuss-Bambussalat, Entenfuesse mit Chilisauce, gekochte Lotusscheiben (ich wusste am Anfang nicht, was das ist, aber es ist absolut koestlich!!), verschieden gefuellte Baozi und Jioazi, seltsame suesse und klebrige gruen-graue Kuchenteilen auf Seetangblaettern, Schweinefuesse, Rindfleisch, fenchelartiges Gemuese, mit suessem Eigelb gefuellte Hefeteigkugeln und und und...

Einige Sachen mochte ich ueberhaupt nicht, andere schmeckten mir total, aber insgesamt vermengten sich all die verschiedenen Geschmaecker in meinem Magen so verwirrend, dass mir zum Schluss ziemlich schlecht war...

 

Das mit der richtigen Zusammenstellung und Menge habe ich immer noch nicht raus, auch wenn ich seit diesem Essen jetzt schon vier weitere erlebt habe.

Aus irgendeinem Grund wollten uns die Eltern der English-Corner-Schueler am naechsten Tag schon wieder einladen, einmal waren wir Greenwayer zusammen essen (fuer umgerechnet 1,70Euro fuer jeden!), einmal wurden wir alle von irgendwelchen (sich spaeter voller Genuss mit einigen der Volunteers betrinkenden) Politikern in ein anderes Bergdorf eingeladen, und gestern gab es schon wieder ein grosses Essen...

Ich versteh schon, warum es heisst, beim Schueleraustausch wuerde man auf jeden Fall zunehmen! Man wird einfach zu viel eingeladen!