19.12.11 Zurück aus der Uni in Guilin

Mit 16 an die Universität und Studenten Englisch unterrichten? Hier in China alles kein Problem! :)

Im Gegenteil, alle freuen sich total, wenn endlich mal Westler in ihren Unterricht kommen und ein bisschen fremde Kultur und "echtes Englisch" mitbringen - ob sie jetzt in Wirklichkeit Deutsche, Norweger oder Italiener sind und ob sie teilweise einen schlimmeren Akkzent haben als die Studenten selbst, ist erstmal völlig egal! :))

Und wenn man den schon mal Westler hat, die bereit sind, ein paar Klassen kennenzulernen und ein bisschen Kommunikation zu machen, dann sollen auch gleich möglichst viele Institutionen davon profitieren. Isabella, die Greenway-Coordinatorin, die das ganze Volunteerprogramm hier organisiert, bekommt also ständig Anfragen, ob sie "ihre" Westler nicht mal ein bisschen verleihen kann..

 

Und ab und zu kann sie - zum Beispiel letzte Woche.

Johanna, Amy, ich und die ganze Volunteergruppe sind am vorletzten Montag für einige Tage in die 林旅游高等专科学校, die Tourismus- und Fremdenverkehrsuni Guilin umgezogen!

Diese Schule ist hier allgemein bekannt als Janice Universit't, weil eine der chinesischen Coordinatorinnen, die hier in den Ferien arbeitet, dort Englisch und international business oder so aehnlich studiert.

Janice ist eine unglaublich nette junge Chinesin, mit der man sich wunderbar unterhalten kann! Außerdem hat Johanna w'hrend ihrer Zeit in der Universit't mit in ihrem Dormitory gewohnt und unter ihrer Aufmunterung an einem T-Shirt-Bemal-Wettbewerb teilgenommen, bei den sie dann auch prompt einen Preis gewonnen hat, der am Freitagabend bei einer kleinen "Party"/Show verliehen werden sollte. 

 

Nachdem ich mich von meiner Gastfamilie verabschiedet hatte, sind Johanna und ich dann also schon am Freitagabend mit dem Bus nach Guilin gefahren. Die Fahrt dauert etwas über eine Stunde. Es war bereits ziemlich dunkel und wir waren die ganze Zeit am Chinesischpod hören, unglaublich sinnlos Herumalbern (ich liebe es), Schockolade Essen (ja, jetzt vor Weihanchten gibt es hier völlig überteuerte aber tatsächlich schokoladige Schokolade!) und uns auf diese angebliche Party Freuen, so dass ich die Fahrt ziemlich genossen habe. :)

In der Universität empfing uns ein unglaublich kalter Wind (Im Sommer hätte ich mir echt nie vorstellen können, dass es hier mal so kalt werden kann!) und eine warm eingepackte Janice, die uns nicht mal Zeit ließ, unser Gepäck wegzubringen, sondern gleich in den Vorlesungssaal brachte, in dem die Preisverleihung stattfinden sollte.

 

Es stellte sich heraus, dass diese Verleihung Teil einer ziemlich langen Show war, in der die Sieger verschiedenster Wettbewerbe gekürt und Fotos von verschieden Schulveranstalltungen gezeigt wurden und außerdem jede Menge Studententheater-, Magie-, Gesangs- und Tanzgruppen auftraten..

Das Ganze zog sich ein bisschen hin, aber es war schon cool, Johannas T-Shirt (getragen von einer hübschen kleinen Studentin) in einer Modenschau zu sehen und mitzubekommen, was für Unmengen an AGs es an so einer Uni gibt. Abends zogen wir dann in Janices Dormitory ein und ich lernte zwei ihrer fünf total netten Mitbewohnerinnen kennen. Das Dormitory dort ist verglichen mit einem typischen europäischen Wohnheim glaube ich immer noch ziemlich einfach, aber im Gegensatz zu den Dormitories hier ist es geradezu luxuriös. Allein schon fließend heißes WAsser und Steckdosen unter jedem Bett! :)

 

Am Samstag Morgen fuhr Johanna wieder zurück nach Yangshuo (sie wollte Montag mit den anderen wiederkommen) und ich verbrachte ein wunderschönes Wochenende in Guilin (jaaa, Großstadtfeeling!) zusammen mit Janice und ihren echt lieben Mitbewohnerinnen.

 

Montag kamen dann all die anderen an, die in einem extra Dormitory einquartiert wurden. Die Woche verbrachten wir mit einem Mix aus Chinesischunterricht (oder in meinem Fall Selfstudy; ich hatte wirklich gehofft, endlich mal wieder ein bisschen Unterricht zu haben, aber da die meisten im Kurs sozusagen gerade erst mit Chinesischlernen angefangen hatten, passte es vom Niveau her dann doch wieder nicht) auf dem Campus Herumbummeln, Klassen besuchen und verschiedenen Kulturaktivitäten.

Einiges war echt toll, zum Beispiel wurde uns eine chinesische Teezeremonie vorgeführt, während der eine Schülerin im Hintergrund ein unglaublich perkektes Blumenbild mit einer kurzen Kalligrafie daneben malte, und zwei Studenten aus der KochAG demonstrierten, wie man in 5 Minuten aus einer Art großen weißen Karotte die verschiedensten, wirklich unglaublich schönen und komplizierten Blumen herausschnitzen kann.

Die Klassen die wir besuchten, waren auch größtenteils total nett und neugierig, so wie fast alle Chinesen, die ich bisher getroffen hab. :)

 

Dazu kam, dass in der Uni wirklich alle Mandarin sprechen, einfach weil sie alle aus verschiedenen Gegenden kommen. Das habe ich absolut genossen, einfach so nebenbei Unterhaltungen mitanhören zu können und tatsächlich das Meiste zu verstehen.

Und die Athmosphäre auf dem Campus ist auch einfach schön.. In den Dormitories wohnen etwa 8000 Studenten, und vor der Uni gibt es fast so etwas wie ine eigene kleine Stadt, mit jede Menge Resturants und Friseurläden und Tüdel- und Buch- und Schreibwarengeschäften und kleinen BBQ's und so.

Man kann dort unglaublich leicht Geld ausgeben!

 

Ich hab die Woche in der Uni insgesamt wirklich genossen. Es war mehr wie eine Woche Ferien oder so. Und trotzdem habe ich mich gefreut, am Freitagabend wieder nach Yangshuo zurückzufahren. Das ist tatsächlich schon ein bisschen wie nach Hause kommen! :)